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Bomben-Entschärfung in der Stadt

Dieses Thema im Forum "Aktuelles" wurde erstellt von Wallis, 18 Juni 2015.

  1. Wallis

    Wallis KSF-Team/Mod Mitarbeiter

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    Da ich zur Zeit mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit hin und zurückfahre, war es heute nach Feierabend wie ein Eiskübel als am Bahnhof über Lautsprecher nahezu dramatisch angekündigt wurde, dass meine Bahn, mit der ich normalerweise fahre „wegen Bombenentschärfung erhebliche Verspätungen habe“. Im nächsten Moment stand die besagte Bahn genau vor mir, war gerade eingefahren. Ich schwupps direkt rein, und weg. Eine Haltestelle vor der Bombenfundstelle bin ich ausgestiegen. Die Polizei war längst zugange mit einer Zirkelabsperrung, rund um die Bombenstelle, die übrigens mitten in der Stadt nahe einem Uni-Krankenhaus liegt, auf einem ehemaligen Schulhof, der jetzt abgerissen und dort eine neue Wohnsiedlung entstehen soll.

    Ich dachte zu allererst: „Man, da war diese Schule seit über 30 Jahren dort, und alle saßen auf einer Bombe“. Jetzt wurde sie gefunden, und wir haben hier Katastrophenalarm wie im Fernsehen.

    Mit Mühe bin ich zu Fuß nach Hause gegangen, überall fuhren Feuerwehrwagen, Einsatzwagen und so weiter herum. Auch das Ordnungsamt ist beteiligt, sie fahren mit ihren Autos rum, und sprechen über Lautsprecher: „Achtung, Achtung, in ihrer Nachbarschaft ist eine Bombe gefunden wurde. Sie wird heute noch entschärft. Bereiten Sie sich in Kürze vor, dass Sie Ihre Wohnung für mehrere Stunden nicht verlassen dürfen.“ Sperrverbot, aber ab wann ? Werde noch durchgegeben.

    Ich huschte noch schnell zum Supermarkt rüber, dabei kam ich an einer anderen Schule in unserer Nähe vorbei. Dort hatten sich ca. 70 Polizei- und Einsatzfahrzeuge aller Erste-Hilfe-Arten eingefunden. Aber das Prachtstück bei allem war, dass mittendrin bereits die „Gulaschkanone“ aufgefahren war, die bereits aufwärmte. Zusätzlich ein Getränkewaggon mit Bier und anderen Getränken, sowie mit Süßigkeiten und Kuchen.

    Ich geh zu einem der Feuerwehrmänner hin, die dort standen: „Hallo, was macht Ihr hier? Ihr sollt hier nicht Freibier trinken, sondern die Bombe entschärfen.“ Der Feuermann sagte ganz lakonisch: „Aber die Leute müssen doch versorgt werden.“ Ich ging weiter, er schien mir etwas traumatisiert.

    Um unser Haus herum haben sich inzwischen ebenfalls mehrere Einsatzfahrzeuge eingefunden, wir fühlen uns umlagert und eingekesselt! Natürlich „zur Sicherheit der Bürger“.

    Die Fenster mußten wir auf Kippe stellen, denn bei der Druckwelle können geschlossene Fenster zerbrechen.

    Irgendwie wirkt alles gespenstisch und auch etwas gruselig, meine Frau schaut mich schon mit verschreckten Augen an: „Meinst du, dass die die Bombe nicht entschärfen können, oder was soll dieser ganzer Tumult?“ Ich meine, seitdem wir hier wohnen, haben wir rückblickend jedes Jahr mindestens eine Bombenentschärfung. Aber was jetzt gerade da draussen abgeht, wirkt schon seltsam, zumal die Feuerwehrmänner auch noch irgendwie traumatisiert wirken, als wenn sie einen Schock schon vorab haben.

    Aber draußen laufen noch viele Leute herum, schließlich kommen viele von der Arbeit, holen noch ihre Kinder ab, gehen einkaufen, also das übliche, und mitten in diesem Feierabendbetrieb wollen die eine Bombe entschärfen. Ja, warum denn erst jetzt?

    Neulich gab es in der Nachbarstadt eine Bombenentschärfung, und die wurde auch just in den Feierabendbetrieb gemacht. Alle öffentlichen Verkehrsmitteln standen ringsherum still, die Autobahnen gesperrt, und die Einwohner ebenfalls in ihre Häuser „verbannt“.

    Mich macht das irgendwie sprachlos. :(
    Zuletzt bearbeitet: 18 Juni 2015
  2. Lit

    Lit KSF-Team Mitarbeiter

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    Erst einmal, deinen Schreibstil finde ich klasse. Ich musste lächeln nach deinen Beschreibungen des "Tatherganges".

    Mir ist gar nicht bekannt, dass in manchen Orten/Städten öfters Bomben entschärft werden. Das hat mich gerade sehr überrascht.

    Meinst du, wenn du bei der Stadt nachfragen würdest, weshalb das am Nachmittag gemacht wird, bekämst du eine sinnvolle Antwort? Mich würde das ziemlich interessieren, weshalb die das am Nachmittag machen und ja, wenn ich nen Termin um eine bestimmte Uhrzeit habe, dann würde ich wohl versuchen, ihn einzuhalten trotz der Entschärfung der Bombe. Und auf dem Weg dahin würde ich mir dann ein Stück Kuchen kaufen. ;D

    LG Lit
  3. Wallis

    Wallis KSF-Team/Mod Mitarbeiter

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    Liebe Lit,

    tatsächlich, ich versuchte gelassen zu bleiben, und auf dem Weg nach Hause hatte mich ein Kuchenstück so frech durch das Schaufenster angeguckt, dass ich es gleich kaufte und vernaschte. :)

    Wie ich inzwischen erfahren habe, ist die vorgerückte Stunde für Bombenentschärfung die Organisation, bis alle Kräfte zusammenfließen, die Fundzone ringförmig geräumt ist, die 2.Zone um die Fundzone herum informiert wird zu "luftangriffverhalten" (fenster zu, weg aus Räumen mit Fenstern zum Fundort usw).

    Es handelte sich heute um eine britische 5-Zentner-Bombe aus dem 2.Weltkrieg. Der Fundort innerhalb der Stadt war schwierig wegen Evakuierung etc. Hinzu kam, dass der Sprengmeister vorher noch eine andere Bombe in einer direkten Nachbarstadt entschärfen mußte, die in den Rheinwiesen gefunden worden war, eine 10-Zentner-Bombe, aber dort mußte nicht evakuiert werden.

    Tja, ich wohne derzeit "mitten drin", der Ruhrpott. Er war im 2.Weltkrieg ziemlich stark bombardiert worden, bei uns war die gesamte Altstadt zertrümmert. Überlebende konnte sich nur durch Bunkeraufenthalte retten, wenn sie sie überhaupt noch rechtzeitig erreichen konnten.

    Aber was heute hier ablief, war wirklich bühnenreif. Nicht nur das Radio auch das Fernsehen war dazugekommen. Dass das ganze Spektakel aber direkt vor unserer Haustür ablief, war heftig. Die gesamte Straße bei uns war abgesperrt, und eine Kolonne von Feuerwehrautos, Rettungswagen aller Art, sogar DLRG usw. waren dabei. Alle Evakuierte wurden in der Schule direkt bei uns in der Nähe untergebracht, und dort auch versorgt mit Wurst im Brötchen, Tee, Bier, Suppe und die Schulküche hatte auch geöffnet. Der ganze Schulhof war mit taghellen Scheinwerfern beleuchtet, und überfüllt mit weiteren Rettungswagen, Polizei, Feuerwehr. Insgesamt waren - laut Nachrichten - circa 400 Rettungsleute unterwegs.

    Endlich gegen 22.15 Uhr wurde die Bombe entschärft. Bis dahin hatten wir laufend laute Mikrofonansagen auf der Straße, ständiges Tatütata, und durch die Fenster funkelte die ganze Zeit das Blaulicht der Rettungsfahrzeuge. Aber als dann alles gut ausgegangen war, blieb die Rettungsgesellschaft vor unserer Tür und es wurde dort geplaudert, gelacht und entspannt. Endlich gegen 24.00 Uhr wurde es endlich ruhiger.

    Schlimm traf es die Altenheime, die direkt am Fundort liegen, und alle evakuiert wurden. Die alten Leute von dort wurden teils in die Schule und teils in andere Heime untergebracht, nebst Anwohner aus der Gefahrenzone. Dass wir überhaupt nach Hause konnten, dafür mußten wir uns ausweisen, ob wir wirklich Anwohner dort sind. Die Polizei hatte alles total abgesperrt.

    War wohl überhaupt ein seltsamer Tag, da am selben Nachmittag die zwei Bomben in zwei Städten gefunden wurden, und gleichzeitig war ein Bahnunfall passiert mit einem Toten, weshalb der Bahnverkehr von 14-17 Uhr mit erheblichen Verspätung lief. Und dann ab 18 Uhr wegen der Bombenentschärfung. :schwitz:

    Naja, jetzt ist erstmal vorbei.

    :rolleyes:

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