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Angstzustände w. Trennung

Dieses Thema im Forum "Trennung Liebeskummer Herzschmerz Untreue" wurde erstellt von Terrier, 11 August 2012.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Terrier

    Terrier New Member

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    Hallo ihr Lieben ! Ich war vor einigen Jahren mal aktiver hier im Forum unterwegs. Jetzt bringen mich die aktuellen Umstände leider dazu, mir meinen Schmerz von der Seele zu schreiben, ich hoffe das ist in Ordnung.
    Ich bin jetzt 33 Jahre alt und lernte vor 3 Jahren meine wesentlich jüngere Freundin kennen. Ich habe mich anfangs arg dagegen gewehrt, da ich einen Altersunterschied von 11 Jahren grundsätzlich als zu groß einschätze - in einem höheren Alter wär das sicherlich anders.
    Jetzt liegt diese Beziehung am Boden. Seit einiger Zeit haben sich Sachen herausgestellt - wie ihre Abneigung gegen meine kleine Hündin, Desinteresse und schlichtweg die Unmöglichkeit zum Umgang mit Konflikten.
    Sicherlich bin ich auch kein einfacher Mensch - ich möchte hierfür niemanden eine Schuld zuschieben. Es hat einfach nicht mehr so richtig gepasst, wie es sollte.
    Jetzt ergab sich für sie die Möglichkeit, für eine Arbeitsstelle in ein anderes Bundesland zu gehen. Wir haben auch schon mehrfach über diese Option gesprochen und sie wollte gerne, dass ich mitkomme. Da ich keine Großstädte mag, hätte ich mir wohl etwas in der ländlichen Umgebung gesucht.
    Doch - wir wohnen zur Zeit keine 2 km voneinander entfernt und sehen uns kaum. Der Hund störe sie (ich vermute eine Eifersucht wegen der Aufmerksamkeitsspanne), und sie mag ja meine Wohnung nicht etc.
    Vor ein paar Tagen wollte ich die Rücklichter ihres Autos reparieren, habe neue Lämpchen gekauft - doch sie war schlichtweg zu faul zu mir zu kommen.
    Wie sollte das mit einer größeren Entfernung funktionieren ? Ich vergaß also recht schnell wieder die Idee mit dem Umzug und erklärte es ihr auch. Ich müsste all meine "Sicherheiten" hier aufgeben, meine Freunde, meine Umgebung. Hierzu sei gesagt dass ich unter Angst / Panikstörungen leide und mir Sicherheit sehr sehr wichtig ist.
    Und das war wohl der finale Stoß.

    Es kam für mich nicht wirklich überraschend und ich habe mich so gut es ging darauf eingerichtet. Nur habe ich im Moment ganz fürchterliche Angst. Sobald ich fühle dass ich gegen die derzeitige Situation nichts machen kann, fühle ich mich wie ein eingefangenes Tier und beginne mich dagegen zu wehren. Ich gerate in Panik. Mir ist oft übel, ich zittere, bin weinerlich und kann weder richtig essen, noch schlafen.
    Ich bin zwar in Behandlung deswegen, aber die momentane Flut an Schwierigkeiten kann schwer durch den einen wöchentlichen Termin abgedeckt werden.

    Vielleicht hat jemand hierzu ein paar gute Tips oder Erfahrungswerte, ich würde mich sehr freuen ! Viele Grüße, der Terrier
  2. Guschak

    Guschak Member

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    Lieber Terrier,

    ich kann Dich gut verstehen, ich kenne diese Angstgefühle, bei mir waren es Verlustängste, das Gefühl von Panik und Alleinesein, wenn der andere nicht mehr da ist, Unruhe, Verlust von Kontrolle, nicht mehr zu wissen, was man tun kann.

    Aber darum, denke ich, geht es. Zu lernen, dass man nichts im Leben wirklich halten, nichts kontrollieren kann, man kann weder Menschen noch Situationen so halten, dass sie uns Stabilität geben. Manchmal fällt man, man meint ins Bodenlose, aber letztlich fällt man eigentlich eine Stufe weiter auf seinen Lebensweg.

    Du möchtest Tipps. Ich weiß, dass das, wovon Du davon läufst, hinter Dir herläuft und Dich immer einholt, dass, wovor Du Angst hast, kommt solange in Dein Leben, bis Du es Dir anguckst, bis Du die Angst annehmen, umarmen kannst und in ihr das erkennst, was sie ist. Ein teil von Dir, eine innere Stimme, ein innerer Anteil, der eine Botschaft für Dich hat.
    Versuch etwas zur Ruhe zu kommen, setz Dich hin, und horch mal in Dich hinein, was für Stimmen es da gibt. Welche Anteile hast Du in Dir? Da gibt es diese Angststimme, die Panik hat. Wer noch ist in Dir, welche anderen Anteile kannst Du identifizieren. Ich habe das mal gemacht und hatte z.B. diese Angststimme. Dann hatte ich einen beruhigen Anteil, den habe ich mir als Bär vorgestellt. Dann war da der rational-sachliche Teil, das kleine Kind, dann ein Teil war die Nörglerin. Alle Anteile von mir habe ich personalisiert, ihnen gedanklich ein Bild, einen Namen gegeben und sie um mich gesammelt und ihnen zugehört, was sie mir zu einem Thema sagen wollten.

    Die Angststimme ist oft der Anteil in uns, der Angst hat, verlassen zu werden, wie ein kleines schutzloses Kind in uns, dass sich ausgesetzt fühlt. Aber wir sind ja auch Erwachsene, wir können lernen, diesen Anteil in uns zu beruhigen, zu Wort kommen zu lassen, anzunehmen.
    Es gibt ein gutes Buch von: Tsültrim Allione, Erika Ifang: Den Dämonen Nahrung geben.

    Da gibt es eine Dämonenübung, die ist interessant. Kurz gefaßt, stellt man sich die Angst, das Problem als Dämon vor, man gibt ihm die Gestalt, die einem spontan einfällt z.B. eine dunkle Frau, ein Ungeheuer mit Stacheln etc. etc.
    Man sitzt dann gedanklich vor diesem Dämon und fragt es, was es von einem will. Und dann wechselt man die Seite, d.h. man geht dann wirklich räumlich an den Platz des Dämons, setzt sich also sich selbst sozusagen gegenüber und antwortet so, wie der Dämon antworten würde. Z.B. sagt er einem dann: ich habe Angst, nie wieder geliebt zu werden. Ich weiß nicht, was ich mit mir alleine machen soll etc. etc.
    Und dann gibt man ihm gedanklich Nahrung, man füttert ihn gedanklich so lange, bis er satt ist, bis er sich auflöst.

    Das ist eine gute Methode. Es gibt sehr sehr viele gute bücher über solche Themen (wenn Du magst, gib mir Deine email, dann kann ich Dir eine Literaturliste mailen).

    Wir sind auf der Welt, um zu lernen, um uns weiterzuentwickeln, um zu dem zu werden, der wir tief in uns sind. Da die meisten Menschen aber, wenn es ihnen gut gehen, nicht viel an sich arbeiten, wird man im Leben immer wieder vor Probleme, vor Leid, vor Herausforderungen gestellt. Das sind dann unsere Lernsituationen, die wir solange kriegen, bis wir gelernt haben, anders mit etwas umzugehen.

    Oft ist es eine Detektivarbeit, man sucht, man findet Bücher, Gedanken, Ideen, Ansätze, probiert aus. Meditiert vielleicht, tauscht sich aus mit Menschen, manchmal ist es ein Satz, ein Gedanke, der einem weiterhilft.

    Diese tiefe Angst, diese Panik kommt oft aus der Kindheit, aus Situationen, die wir damals hatten, wo wir Verlustgefühle hatten, alleine gelassen wurden. Diese Situationen bekommen wir als Erwachsene auch wieder, damit wir lernen, mit Verlusten umgehen zu können. Damit wir lernen, loszulassen, an nichts mehr zu halten, die Kontrolle abzugeben.

    lieber terrier, ich wünsche Dir, dass Du Wegweiser für Deinen Weg findest. Und solltest Du vor lauter Panik und Angst den Alltag nicht mehr bewältigen können, dann überleg mal, ob Du Dir für eine Zeitlang vielleicht Antidepressiva verschreiben lassen möchtest.

    liebe Grüße, guschak
  3. Terrier

    Terrier New Member

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    Hallo ihr Lieben, hier ist das Update.

    Gestern ist sie weggezogen.
    Den Rest der Beziehung habe ich vor einigen Wochen beendet, vielleicht noch um ein letztes Umdenken zu erreichen. Wir haben uns dann noch ein paar mal gesehen (arbeiten beide ehrenamtlich in Tierheim), was aber nicht sehr sinnreich war, da meine Erwartungshaltung sagt : ihr kanns ja auch nicht egal sein. Es wirkte allerdings so, tat sehr weh und so verordnete ich mir 2 Wochen frei. Hab viel geschlafen und viel geschrieben, und mich vor Langeweile und zur Ablenkung aus Partnerbörsen-Seiten rumgetrieben. Ich habe versucht, möglichst viel mit den Hunden (ein zweites kleines Mädchen holte ich mir dazu) zu unternehmen. Aber abends und nachts kommt die Ernüchterung. Ich habe Angst. Ich möchte mich keinen Illusionen hingeben, dass uns irgendetwas irgendwann wieder zusammenführen könnte. Insofern bin ich realistisch, denn optimal war es eben nie.
    Aber was dann ? Ich werde immer älter und der Zug ist schon fast abgefahren. Viele meiner Freunde haben bereits Haus und Kinder und sind verheiratet.
    Übrigens kann man sich die Erfahrungen auf den Partner / Datingseiten ersparen. Man sucht ja doch mehr oder weniger nach einem ähnlichen Typ Menschen, um den Verlust zu mindern. Dazu erfährt man zusätzlich Ablehnung und Enttäuschung, vor allem wenn ein Gespräch an der Stelle endet, wo es ums Geld geht.
    Und man möchte gerade dann am liebsten bei dem vermissten Menschen sein.
    Ich werde mal versuchen zu schlafen. Danke fürs Lesen, Micha
  4. virtumento

    virtumento Active Member

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    Lieber Terrier,

    bei einer Panikstörung, die behandelt wird, gilt es einfach durchzuhalten bzw. die Angst, wenn sie kommt auszuhalten.
    Wenn man sich immer wieder klar macht, dass einem Nichts geschehen kann und die Angst von ganz allein verschwindet, wegen des Abbaus sämtlicher hormonell/physiologisch dadurch bedingten Zustände, hilft einem das schon dabei keine Angst vor der Angst zu entwickeln.

    Denn wenn das geschieht, wird der Weg raus aus der Angst immer länger.
    Eine Angststörung setzt sehr viel Disziplin und Leidensfähigkeit voraus. Man braucht zur Bewältigung unbedingt den Willen und die Hoffnung, dass man alles schaffen wird, was auch geschieht.
    Für mich besteht deshalb der erste Schritt darin, sich gerade keine Sicherheiten aufzubauen, sondern genau sich dem auszusetzen, was einem Angst macht.

    Viel Glück dabei und viele Grüße!
    virtumento
  5. Mone

    Mone Active Member

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    Hallo Terrier,
    ja das ist leider immer so, dass der Abend und die Nach am schlimmsten sind.
    Aber hast Du Dir mal die Frage beantwortet, was Dir da genau fehlt?
    Wie Du schreibst, hat da wohl so einiges in Eurer Beziehung nicht gepasst.

    Ach ja und ich bin 38 und noch lange nicht alt :lol:
  6. Wallis

    Wallis KSF-Team/Mod Mitarbeiter

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    Hallo Terrier,

    frisch nach der Trennung wirst du wohl noch einige Zeit trauern, bevor du es endgültig loslassen kannst.
    Tue es, und zwar mit allen Facetten, schäme dich nicht, auch wenn Tränen fließen.
    Ein Stück deines Lebens bist du mit ihr gegangen, fast drei Jahre lang.

    Aber mit deinen 33 Jährchen sind drei Jahre entwicklungstechnisch nicht weltbewegend, für eine junge Frau von Anfang 20 Jahre, aber schon.
    Dass sie enorme Veränderungen durchlebt, hast du selbst bemerkt, wie zickig sie war, sie mochte nicht mal mehr deinen Hund.
    Während du an einen festen Beziehungshafen denkst und mit ihm liebäugelst, steckt sie noch voller Erlebnislust, und reißt sich los.
    Es muss also nicht an dir gelegen haben, auch wenn in den letzten Wochen davor, ein Wort das andere gab.

    Bestimme dir eine Trauerzeit, z.B. zwei Wochen, zwei Monate oder zwei Jahre, so wie du meinst.
    Aber dann beende die Trauerzeit, und zwar ganz bewußt, wie lange sie auch immer gedauert hat.
    Renoviere dann z.B. deine Wohnung, kleide dich neu, entsorge ihre Sachen aus deinem Blickfeld, und beginne zu dir selbst zurückzufinden.
    Das Single-Sein muss wieder erlernt werden. Du bist frei und unabhängig, was auch nicht zu unterschätzen ist.

    Ach, manchmal hilft es, etwas völlig verrücktes zu tun, um all das alte Adrealin loszulassen.
    Tue etwas, was dir den Atem raubt, wofür du wirklich Überwindung brauchst, erschrecke dich selbst, als wenn du dir selbst eine Ohrfeige verpaßt.
    Sei es z.B. Fallschirmspringen, oder Tauchen im Haifischbecken (geht unter Aufsicht bei exotischen Anbietern), oder spring nackig über das lodernde Feuer ....
    Und danach, wenn der Schock tief in dich reinkommt, werde dir bewußt, wie skurill die Situation ist, was du da gemacht hast, und dann lache, lache aus vollem Herzen, und damit läßt du alles los.
    Anschließend gehst du wieder deiner Wege - aber mit einem Schmunzeln in den Augenwinkeln. ;-) Damit erneuerst du dich als Mensch, fühlst die Kraft in dir wieder hochsteigen. Atme durch.
    Tue all das aber erst nachdem du bereit bist, deine Trauerzeit zu beenden.

    [​IMG]
  7. Terrier

    Terrier New Member

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    Update. Ich komme immer wieder an denselben Punkt.
    Wir konnten wir nicht so richtig ohne einander, und wir wollten es zum Ende des Jahres 2013 hin noch einmal versuchen, es waren auch wunderschöne 3 Monate - wenn auch auf Distanz. Im Januar 2014 meinte sie, ihre Gefühle sind nicht mehr da, und es wäre unsinnig, das weiterzuführen. Ich habe das eigentlich (!) bisher relativ gut verarbeiten können, wenn sie nicht vor einem Monat für eine Woche zu mir gekommen wäre. Zusammen kochen, essen, spazieren gehen, miteinander schlafen. Ich hab das anfangs auch nicht hinterfragt, erst ein paar Tage später. Und es war wieder so : die Gefühle wären nicht wiedergekommen, und es tut ihr leid.
    Vor ein paar Tagen hatte ich mit ihr Kontakt per Mail. Wohl, weil ich wenigstens überhaupt was von ihr hören wollte, oder was weiss ich. Sie erzählte mir dann, dass sie letztens einen One Night Stand ausprobiert habe, also direkt nach der Woche bei mir. .......
    Ich habe sehr wenig Selbstwertgefühl, und genau an dieser Stelle hakt das fürchterlich ein. Seit dem gehts mir jetzt auch richtig mies. Ich bin rastlos, ich neige zum Grübeln und habe Angst.
    Sicherlich neigt man dazu, die/den Ex zu idealisieren, ich versuche das nicht zu tun. Ich ärgere mich über mich selber, dass ich das mit mir hab machen lassen. Ich tue mich schwer mit "zeige ihr das du auch ohne sie wer bist." - dahinter würde ja die Motivation stehen, ihr zu gefallen. Ich möchte mir in erster Linie selber wieder gefallen. Ich muss diszipliniert sein, das ist schwer. Allzu gerne würde ich sie anrufen oder ihr schreiben - so aussichtslos das auch ist. Vermutlich als Versuch, irgendwie eine Art Harmonie herbeizuführen.
    Ich habe mich in den letzten Tagen sehr aufgerafft, anscheinend hab ich es doch gelernt, auch wenn meine Therapie schon Jahre zurückliegt.
    Ich habe eine Hypnose-CD, die mir vor dem Einschlafen sehr hilft, und mich die Situation annehmen lässt.
    Trotzdem belästigen mich nach wie vor ein paar Sachen, zB
    wie gehe ich mit Mindfucks um? Ich kann momentan keine FIlme mit Liebes/Sexszenen sehen. Vorm inneren Auge sehe ich da meine Exfreundin bei ihrem One Night Stand. Gedanken zulassen und dran gewöhnen ?
    Oder ist es vielmehr besser, die Aufmerksamkeit von dieser "idealisierten Person" zu nehmen ? Ich meine, sie war nicht DIE Frau für mich, zu oft gab es Probleme.
    Ist es vielleicht mein eigenes Unvermögen, nicht mit der Erstbesten glücklich zu sein?
    Neid? Jemand bekommt das "einfach so" geschenkt, was ich so vermisse bzw idealisiere?
    Warum möchte ich gerne jedes Detail wissen? Es ist doch eigentlich unerheblich für mich, wann sie wen kennengelernt hat, und wann es wo und wie passiert ist. Versucht man damit, die Kontrolle erlangen zu wollen? Kontrolle erlangen im Sinne von - der Situation nicht ausgeliefert sein.
    Es ist gut möglich, dass ich deswegen überhaupt so lange an ihr festgehalten habe.
  8. Mr.Jones

    Mr.Jones Well-Known Member

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    Hallo Terrier,
    also es wurde schon darauf hingewiesen, daß die Ursache deiner Probleme, deine Angststörung und deinen Verlassensängste, aus der Kindheit herrühren. Das solltest du dir unbedingt einprägen, dort sitzt nämlich der Schlüssel.
    °
    Es ist ja so, in der Kindheit prägt sich das eigene Verhalten auf die Umwelt hin, die man erlebt. Diese Umgebungseinflüsse sind sozusagen stellevertretend für die ganze Welt, die dann später kommt. Nun wird vermutlich es bei dir so gewesen sein, daß du ein problematisches Verhältnis zur Mutter (Großmutter?) hattest, die dich als (kleines) Kind emotional oft 'im Stich gelassen' hat, will sagen, du brauchtest an diesen Punkten die bedingungslose Mutterliebe um dich normal zu entwickeln, und die hat sie dir - weshalb auch immer - nicht in ausreichender Form gegeben, oder sogar negativ gegeben / demonstrativ entzogen. Angst ist ein elementarer Zustand, der so tief geht wie sonst eigentlich nichts anderes. Überlebensangst, emotionale Überlebensangst oder sogar reale. An dieser Stelle wird sich dein problematisches Verhältnis zu Mutterfiguren entwickelt haben, und deine Mutter (oder die entsprechende Frau) hat außerdem dein Bild von Frauen und deine Verhaltensweisen geprägt, bzw. die Verhaltensabläufe tief in dir verankert, die du einer tiefen emotionalen Beziehung zuordnest.
    °
    Was will ich damit sagen? In der Kindheit bildet sich das Ur-Modell von Geliebtwerden und Liebe, von engen emotionalen Bindungen. Die engste emotionale Bindung ist die zur Mutter. Wenn wir später als Erwachsene eine Liebesbeziehung eingehen, suchen wir unbewußt unter den damaligen Vorzeichen und nach dem damaligen Muster. Auf deutsch, du suchst also dann nach Frauen, wo es kompliziert wird, die dich zurückweisen, ablehnen, emotional unerreichbar sind, weil fatalerweise genau das dein Muster für eine Liebesbeziehung ist. Kurz gesagt, weil du in der Kindheit falsch konditioniert worden bist, suchst du dir die falschen Frauen bzw. den falschen Frauentyp, du verstehst.
    °
    Weshalb schreibe ich dir das alles? Damit du eine Chance hast, dir ganz bewußt klarzumachen, daß da in dir ein sehr früh angelegtes 'Programm' oder Schema, Beziehungsmuster abläuft, das dir nicht gut tut. Dieses Muster ist aber nun mal leider sehr tief in dir drin, im Unbewußten sozusagen, und bevor dein Verstand dazu kommen kann, bei der Auswahl einer Frau zu sagen "Moment mal, das muß ich mir erst genauer ansehen..." ruft dein Inneres schon ganz laut "jaaaa, genau danach habe ich doch gesucht, das ist das was ich von Klein her kenne, da fühle ich mich zuhause".
    °
    Und in der Liebe will man eben immer wieder 'nach Hause', das ist eben die Sache, die man normalerweise nicht wissen kann.
    °
    So, was machst du jetzt mit all dem, vorausgesetzt, ich liege nicht daneben und du kannst damit was anfangen, wenn du rückwärtig auf dein (Beziehungs)leben schaust?
    °
    Du kannst deine Beziehungssituationen und dein Beziehungsmuster natürlich rational aufdröseln, analysieren. Du kannst genau wie bei einer mathematischen Gleichung betrachten, welche Faktoren zu welchem Verhalten geführt haben. Problematische Frau, ablehnende Frau, dich anzweifelnde Frau, unerreichbare Frau: genau dein Fall; genau dein Muster?
    °
    Sobald du in der Lage bist, an der Stelle Antworten zu erkennen, hast du es in der Hand, nicht mehr einfach unbewußt in das alte Schema zu verfallen, sprich, mit höherer Wahrscheinlichkeit im Liebesleben erfolgreicher zu sein, Partnerinnen zu finden, die besser für dich sind, besser mit dir umgehen.
    °
    Was deine Angststörungen angeht, so hat virtumento, da bin ich mir sicher, bestimmt absolut Recht, man kann sich selbst an der Stelle nur 're-programmieren', wenn man die entsprechenden Situationen aushält, um dann immer wieder die Erfahrung zu machen, man muß keine Angst haben, es 'passiert' einem nichts. Das dauert aber ziemlich sehr lange, denn es ist kein rationaler Prozeß, sondern hier soll dein Unterbewußtsein etwas umlernen. Nun ist das Unterbewußtsein nicht dafür gemacht, überhaupt umzulernen; wenn es erstmal genügend 'Input' hatte, geht es davon aus, daß die Welt so funktioniert und die Bewertung steht. Danach werden alle verfügbaren Energien für andere Tätgikeiten eingesetzt, das ist dann in den Situationen sozusagen die Gewohnheit, wir prüfen nicht alle Dinge die uns umgeben nicht andauernd wieder von vorn, da würde uns das Gehirn heißlaufen. Das beste Beispiel ist, du bist es gewohnt, wo zuhause was steht, du denkst nicht bei jedem Schritt darüber nach, sonst kämst du in drei Stunden nicht von der Küche bis zum Klo...
    °
    So, ich hab dir jetzt Erklärungsmodelle geliefert. Diese sinnvoll einsetzen mußt du nun selbst. Besser wäre natürlich eine therapeutische Begleitung.
    °
    Bezogen auf deine Anfangsfrage ist es also nun der Ur-Schmerz des Verlassenseins, der dich wieder zu deiner Freundin hintreibt, weil du nicht neutral von außen bewertest was dir gut und schlecht getan hat, sondern weil du drauf geeicht bist, daß nur eine 'schwierige' Frau deinem Inneren ein Zuhause bereiten kann, wie damals, als du klein warst.
    °
    Erkenn die Muster, um sie zu durchbrechen, und du bist einen gewaltigen Schritt weiter.
    °
    Hier noch ein paar allgemeine Tipps bei Liebeskummer: http://www.kummer-sorgen-forum.de/t...es-soo-weh-tut-und-was-man-machen-kann.20408/
    °
    LG,
    Mr.Jones
    Zuletzt bearbeitet: 26 Juni 2014
  9. Terrier

    Terrier New Member

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    Hallo Mr. Jones, danke für die vielen und lieben Worte !

    muss dieser Ursprung zwingend in der kindlichen Vergangenheit liegen ? Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich dieses Gefühl in dieser Form nie, meine Eltern waren und sind immer sehr fürsorglich, vielleicht etwas ZU fürsorglich.

    Viele Grüße Micha
  10. Mr.Jones

    Mr.Jones Well-Known Member

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    Nach aller Regel braucht es für eine solch schweres Störungsbild wie du es hast, ein Andauern von entsprechenden negativen Einflüssen über einen längeren Zeitraum in genau der Zeit, in der sich die Persönlichkeit bildet, also in der Kindheit. Später wird das nach aller Regel nicht mehr stattfinden, weil dann im Grunde nur noch Schocksituationen sich ähnlich tief verankern. Beispiel für ein Schocktrauma wäre eine schlimme Gewalt-/Ohnmachtssituation, wie bei einem sexuellen Mißbrauch. Ein Mißbrauch oder ähnlicher Schock hätte aber keinen Einfluß auf dein Partnerverhalten, soweit ich mich auskenne.
    °
    Welche Erklärung hast du denn selbst für deine Verlassensängste und Panikattacken?
    Es könnte natürlich sein, daß du so überbehütet wurdest, daß du nun alleine dir quasi 'lebensunfähig' vorkommst, und überhaupt nicht alleine sein kannst, deshalb praktisch derjenige bist, der alles tut, um Nähe zu bekommen. Grob gesagt. Es kann also auch durch ein Übertreiben des Guten eine Selbstunsicherheit und Verlassensangst angelegt werden, wenn man es nicht gewohnt ist, überhaupt selbstständig und alleine zu sein. Allerdings würde mir da an der Erklärung noch etwas fehlen, ich kenne dich ja nun auch nicht.
    °
    Auf jeden Fall scheint es mir geboten, daß du mit fachlicher Hilfe an deine Probleme herangehst. Deine Ängste haben einen tieferen Ursprung, sonst könnten sie dich nicht in der Art aus der Bahn werfen, das sollte dir klar sein.
    Es wäre auch nicht undenkbar, daß (ein) entsprechende(s) Ereignis(se) in deiner Kindheit verschüttet liegen, es liegt ja im Unterbewußtsein und das muß also nicht zwangsläufig heißen, daß dein kognitives Ich sich daran erinnern kann. Obwohl da wiederum der längere Zeitraum dagegen spricht, den es dafür braucht, um so tiefe Verletzungen zu verankern.
    °
    Ich denke eher, es gibt da etwas, daß du selbst nicht erkennst. Es wird in deinem Unterbewußtsein liegen, denn die Frage ist doch, weshalb du immer wieder in ahnliche Situationen kommst, die du eigentlich vermeiden willst, oder? Kannst du wenigstens darin ein wiederkehrendes Muster erkennen?
    °
    Vielleicht ist das alles aber auch überhaupt nicht greifbar für dich, so abstrakt wie ich es hier aufgeschrieben habe. Ich habe damit so gesehen einen anderen Umgang als du.
    °
    Sorry also, wenn ich dir nicht helfen konnte. Obwohl mir meine Intuition sagt, da ist was verbuddelt bei dir, da bin ich mir sicher. Von selbst wird man nicht so, das ist mal klar. Und Einflüsse die so mächtig nachwirken, können nur stattfinden wie oben bereits gesagt. Ansonsten wärst du der alleinige Herr über deine Entscheidungen, würdest dich nicht ausgeliefert fühlen und hinterher rennend.
    Übrigens, du neigst zum Klammern, oder? Wäre ein Anzeichen für Überbehütung...
    °
    Grüße,
    Mr.Jones
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  11. Terrier

    Terrier New Member

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    Huhu,

    ja, Klammern ist gut ausgedrückt. Also Überbehütung ist durchaus denkbar bei mir. Um nochmal auf die Wahl meiner Freundinnen einzugehen : das ganze Thema hier ist dieselbe Exfreundin. Ein gewisses Schema kann ich beim Vergleich meiner (Ex)partnerinnen nicht erkennen, dazu sind sie alle zu verschieden. Aber ich kann einen Anstoß liefern. Ich fühle mich nicht attraktiv. Ich bin jetzt 35 und bekomme langsam Torschlusspanik. Für mich war es (fälschlicherweise) einfacher, an dieser Beziehung festzuhalten, anstatt wieder von ganz vorne zu beginnen.
    Ich war früher als Kind immer schmächtig und schwächlich, ich bin oft zurückgewiesen worden.
    Das war oftmals sehr schmerzlich für mich, gerade auch in der Schulzeit. Auch später, als man so in das Alter kam, wo das andere Geschlecht interessant wurde.
    Ich habe oft Probleme mit Zurückweisung oder nicht-ernstgenommen-werden.

    Prof. Hilfe werde ich mir auf alle Fälle suchen, ich bin bereits auf Wartelisten.

    Edit. Die Panikattacken habe ich auch so, das ist schon ein längeres Leiden. Ich gerate in Panik bei Situationen, wo ich Kontrollverlust erlebe, zB Bus oder Bahn, Flugzeug, Zahnarzt.. oder eben jetzt diese Hilflosigkeit.

    Grüße, Micha
  12. Terrier

    Terrier New Member

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    Edit : mir sind gerade noch 2 Sachen aus der Kindheit eingefallen. "Wenn du böse bist, bringen wir dich ins Erziehungsheim" und einen Umstand, nachdem ich das elterliche Auto innen mit Mohnkuchen "verziert" habe, sie liessen sie mich aussteigen und taten so, als wollten sie fahren. Wenn ich daran denke kommen keine sonderlichen Emotionen hoch, aber kann sowas trotzdem ursächlich sein ?
    Gibt es eigentliche eine Behandlungsart mit Hypnose ? Bisher hat noch nichts die mögliche Ursachen hervorgebracht.
  13. virtumento

    virtumento Active Member

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    Guten Morgen, lieber Terrier!

    Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, erscheint mir dieses Forum kein Therapieplatz zu sein. Lieber Terrier, das gilt es sich zu vergegenwärtigen.
    Mir erscheint die Aussage nicht valide (aussagefähig), dass deine Gefühlslagen aus deiner Kindheit kommen würden.
    Lasse Dich da in deiner Wahrnehmung nicht beirren.
    So einfach tickt der Mensch nicht und es ist auch nicht so einfach eine Lösung zu finden.

    Für mich erscheint in der Regel an erster Stelle zu stehen, dass man seine eigene Lage anzunehmen weiß.
    Nun hast Du Angst, nun hast Du Liebeskummer, nun hast Du Gedankenkarusselle in der Nacht, und, und.
    Dabei stehen zu bleiben; sich selbst in dem Schmerz zu erleben, wohlwissend, dass er Dir im Grunde nichts anhaben kann, wenn Du es nicht willst: Das ist eine Bereicherung des Lebens.

    Dir geht es aber darum so schnell (!) als möglich den Schmerz zu überwinden.
    Das macht Dir im Augenblick, so erscheint es mir, einen großen Druck.
    Das Sich-Hinwenden zu den Dingen, Gefühlen und Situationen wie sie sind macht einen Menschen frei.
    Damit ist keineswegs eine Leidverherrlichung gemeint. Einfach das mentale Training mit etwas umzugehen, was im Augenblick größer erscheint als man es selbst tragen könnte.

    Beispiel:
    Wenn jemand Angst hat über Hürden zu springen. Er es immer wieder versucht und scheitert. Er versucht sich vorzustellen, dass diese Hürde nicht da sei, dass er im Grunde locker so hoch springen könne wie die Hürde ist usw. Mit diesem Bild im Kopf wird er möglicherweise die Hürde hier und da mal schaffen, mal nicht. Aber eins bleibt: Die Angst vor der Hürde. In diesem Sinne ist er beim Hürdenlauf nicht erfolgreich.

    Bei Hürdenangst kann die Zuwendung zur Hürde ein Gewinn sein:
    Man schaut sie sich an, lässt die Angst davor kommen, man weiß ja, es ist nur Angsts, die einem nichts machen kann, man geht um die Hürde herum, man betrachtet sie, man stellt sich ihr mental, dabei wird sie meistens viel größter als sie in Wirklichkeit ist usw.
    Wenn man das Gefühl (!) hat, nun kennt man die Hürde, dann versucht man es noch einmal mit dem Hürdensprung.
    Meistens klappt es. Und selbst, wenn es nicht immer klappen sollte, dann bleibt es doch so, dass man die Hürde einen nicht bestimmt, sondern man selbst das Subjekt ist. Denn ob man eine Hürde bewältigen kann, hängt ja auch von der Konstituion, der Fitness usw. ab.
    Man hat beim Hürdenbetrachten gelernt (!) und lernen erfolgt meistens über Schmerz. Beobachte ein Kind, beobachte einen Vogel, der fliegen lernt, beobachte irgendetwas, was eine Sache bewältigen muss und schaue, ob Dir dabei der grundlegende Schmerz auffällt, der dem Lernen innewohnt.

    Lasse einfach zu was jetzt ist. Du wirst nicht darin unter gehen. Und wenn Du dich stark genug fühlst (das kann man eben auch durch ein Ausharren erreichen, ohne aktives Handeln!), dann grenze dich von dem Menschen ab, der Dich zu benutzen scheint. Dann wirst Du die Abgrenzung schaffen, den Schmerz hast Du ja dann soeben erst bewältigt und davon weißt Du.

    Herzlichen Gruß
    virtumento
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  14. Mr.Jones

    Mr.Jones Well-Known Member

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    Wie ich immer sage, man lernt nicht aus.

    Mag sein, daß es nicht angebracht ist, sich in diesem Forum nach den Gründen von Gefühlen und Verhalten zu fragen...
    Klar ist, das geht natürlich nicht so hopplahopp. Dennoch erfolgt kein Verhalten ohne Grund. Auch Ängste haben Gründe. Ich habe da vielleicht die 'falsche' Vorgehensweise, nach meiner Erfahrung hilft es jedoch, über die Wurzeln von Verhalten auch die Folgen rational besser verstehen zu können, und damit schließlich einen anderen Umgang für die aktuelle Situation, Lösungen zu erreichen. Klar ist das komplex. Und klar habe ich sicher nicht das fachliche Fundament von virtumento, und wenn von virtumento nun die Aussage kommt, sich auf die Bewältigung der aktuellen Situation zu fokussieren, das wird das schon sinnvoll und im Moment für dich das Beste sein. Alles andere kannst du dann ja mit deinem Therapeuten besprechen.

    Ich für mich bleibe bei meiner Ansicht, daß mehr Gesamtschau hilft. Das ist halt mein Verständnis. Mir hat es bisher geholfen und mir hilft es zum Verständnis, wenn ich die Geschichte von Menschen sehen kann, ihre Stationen. Nur muß man erstmal den Blick schärfen und sicher ist es nicht so einfach, Faktor 1 und Faktor 2 zusammenzuzählen um Ergebnis X zu begründen. Dennoch, es sind keine Sieben Siegel dahinter, sonst könnten auch Therapeuten am Ende nicht therapieren. Und die müssen auch irgendwie in der Lage sein zu erkennen, was los ist, denke ich doch. Und auch da wird man sich meiner Meinung nach den Menschen ansehen müssen, welches Leben er mit sich trägt, Schicht für Schicht.

    Am Ende ist es primär wichtig, daß du mit der Situation besser umgehen kannst, das finde ich auch, denn ich wünsch dir natürlich auch, daß du das packst, ist doch klar. :)

    Grüße!
    Mr.Jones
  15. Mr.Jones

    Mr.Jones Well-Known Member

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    Eines noch zum Thema Frauen, Zurückweisungen, Selbstwertgefühl:

    Wenn man sowieso eher etwas an sich selbst zweifelt und dann erstmal eine Freundin 'hat' und die ganzen Probleme bis dahin gerade überwunden, will man den ganzen Eroberungsmist ja nicht schon wieder anfangen, man zweifelt ja daran ob man das noch mal so hinkriegt bei der nächsten Frau, ist auch klar. Von daher kann ich schon verstehen, daß man eher geneigt ist zu versuchen, daß es noch irgendwie weitergehen kann. Wer gefühlsmäßig unberührt davon so etwas neutral aus der Entfernung betrachtet, hat da natürlich gut Reden. Wenn man drinsteckt, ist die Situation nunmal immer anders als von draußen.

    Daß generell Zurückweisungen bei einem unsicheren Menschen immer wieder genau in ein Loch treffen, das man in seiner Seele bzw. in seinem Selbstwertgefühl hat, ist auch nachvollziehbar. Denn man ist ja, wenn einem das so geht, aus der eigenen Sichtweise heraus davon abhängig, daß Andere (Frauen!) einen 'gut' beurteilen. Und das macht einen noch unsicherer, wie man das hinkriegt, man wirkt dadurch wiederum verzweifelter, die Reaktionen werden verächtlicher, ein Teufelskreis.

    Das Einzige, was dagegen hilft, ist, sich erst einmal selbst zu akzeptieren, so wie man ist. Blöder Spruch, aber stimmt. Und wenn man nicht zufrieden ist, die machbaren(!) Optimierungen einzuleiten und auch konsequent umzusetzen, beispielsweise Sport, Klamotten/Erscheinungsbild, Redegewandheit / Wortschatz, Bildung... daß man zum Supermodel werden muß, davon ist ja nicht die Rede, und am kleidsamsten ist es überhaupt, wenn man es hinkriegt, sich selbst ganz okay zu finden und anderen menschen die Möglichkeit bietet, den Kontakt mit einem aufzunehmen ohne jedes Wort, jede Mimik oder Gestik sofort auf die innere Goldwaage zu legen und daraufhin abzuklopfen, was denn da negatives über einen ausgesagt wird...

    Wenn man dann trotzdem nicht bald oder schnell genug den ersehnten Erfolg hat, hat das nichts mit dem eigenen Aussehen zu tun oder daß man es nicht wert ist. Man hat sich nur nicht angemessen oder geschickt genug verhalten, und das ist ein RIESEN!!! Unterschied, als immer über die Bewertung seiner Person nachzudenken... ;)

    LG,
    Mr.Jones
  16. virtumento

    virtumento Active Member

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    Lieber Terrier,
    lieber Mr.Jones,

    es tut mir Leid, wenn mein Beitrag den Eindruck von Oberlehrertum erweckt hat. Ja, das ist gelegentlich mein Kreuz...

    Mir ging es mit meinem Hinweis an Terrier darum, dass er sich nicht vor schnell auf eine These stürzt und dabei bzw. damit die Situation erneut aus dem Blick verliert.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Und die Tatsache, dass jemand in einer Sache ausgebildet ist, heißt in keiner Weise, dass er ohne Fehler im Denken/Handeln sei.

    Lieben Gruß
    virtumento
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  17. Mr.Jones

    Mr.Jones Well-Known Member

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    Hallo @virtumento!

    Nö, alles cool hier. :)

    Erstens finde ich auch, die Priorität sollte darin liegen, daß @Terrier besser zurechtkommt.
    Und last not least gehöre ich sicher auf jeden Fall zu Denjenigen, die ganz froh sind, wenn von dir Hinweise kommen. ;)

    Ich geh halt auch nur nach bestem Wissen von meiner Denke aus, und die muß nicht unbedingt die Optimale sein, paßt schon! Wie gesagt, man lernt nicht aus, und was die von dir angesprochenen aktiven Bewältigungstechniken angeht, da hab ich keinen Plan von, geb ich zu!

    Liebe Grüße,
    Mr.Jones
  18. Terrier

    Terrier New Member

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    Jeder Ansatz, der mich zum Nachdenken bringt, ist mir viel Wert. Ich werde in den nächsten Tagen wieder ausführlicher Schreiben. Danke und bis dann, Micha
  19. Terrier

    Terrier New Member

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    Hallo ihr Lieben!

    Ich komme langsam vorwärts, also ich bin nicht ständig traurig oder nachdenklich, ich kann auch schon wieder lachen. Ich habe mich mit Lesestoff eingedeckt, mir hilft es unheimlich, wenn ich Zusammenhänge verstehen kann. Der Wunsch, dieses Tief schnell zu überwinden, liegt wohl in meiner Angst begründet. Ich weiss, alles braucht seine Zeit, aber ich möchte mein Leiden auch nicht unnötig in die Länge ziehen. Ich habe viel nachgedacht :
    Ich neige in Trennungssituationen schon immer zum Klammern. Selbst wenn ich selber eine Beziehung beendet habe, kam ich später angekrochen und habe gefleht.
    In solchen Situationen habe ich meinen Stolz völlig weggeworfen.
    Ich kenne das bei narzisstischer Störung übliche Kontrollbestreben.
    Diese narzisstische Persönlichkeitsstörung wurde jedenfalls schon 2001 bei mir diagnostiziert, ebenso die sog. emotionale Bedürftigkeit.
    Ich verstehe, das die Wurzel meiner Probleme bei mir selbst liegt. Ich habe mich jetzt bemüht, einen baldigen Therapieplatz (ambulant/Tagesklinik) zu bekommen.

    Was die mögliche Ursachen angeht, tappe ich weiterhin im Dunkeln.

    Viele Grüße Micha
  20. Kiki.kakao

    Kiki.kakao Active Member

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    Hallo Terrier,

    wie geht es dir mittlerweile?
    Auch ich leider momentan an Angst- und Panikattacken. Ein guter Rat ist, dass du genau diesen Ängsten eine halbe Stunde Zeit lässt und innerhalb dieses Zeitraumes ein Tagebucht führst. Du schreibst also die Ängste aus deinem Kopf weg in das Buch. Am Folgetag ließt du dir einfach mal die Ängste durch und gehst rational an die Ängste. In so einer Attacke sind wir nicht fähig rational zu denken, wir steigern uns eher sogar in unser Ängste hinein.

    Quasi schreib es dir einfach von der Seele. Aber exakt eine halbe Stunde, denn mehr Zeit dürfen Ängste einfach nicht in unserem Leben in Anspruch nehmen.

    Deine Trennung tut mir leid. ABER ich bin auch 30, unverheiratet, kinderlos und sehe das nicht als großes Problem an. Viele meiner Freunde sind auch verheiratet und haben Kinder, manche kaufen bereits ein Haus. Aber es gibt auch unter diesen, die sich bereits scheiden lassen. Daher kann man schlussfolgern, dass eine Heirat und Kinder eine Partnerschaft auch nicht garantieren oder das Glück.
    Ich denke dass deine Zweifel zu Beginn berechtigt waren. Am Anfang ist eine Partnerschaft immer schön und funktioniert, aber es kommt doch auf viel mehr an. Mit 30 steckt man in einer ganz anderen Lebensphase als mit 20. Überleg doch selber mal , wie du mit 20 warst. Wie ernst du Beziehungen genommen hast, oder was du von einer Beziehung erwartet hast? Überleg was dir damals wichtig war...Kinder und Sesshaftigkeit waren da wahrscheinlich ganz ganz weit unten auf der Liste oder? Und das ist doch auch gut so!
    Werde dir einfach mal klar, dass ihr eine wunderbare Zeit miteinander hattet, und ihr euch für eine gewisse Zeit gut getan habt. Ihr hattet das Glück ein kleinen Teil eures Leben miteinander zu teilen und daran solltest du dich erfreuen.
    Die Frau, die dir vllt den größeren Teil deines Lebens mit dir verbringen wird, wird dir später oder früher durch einen Zufall über den Weg laufen. Leg es nicht darauf an sondern vertrau einfach mal dem Schicksal.
    Nutz einfach mal die Zeit für dich und deine beiden Schätzchen. Erhole dich einfach mal seelisch. Mach Dinge die dir gut tun und vllt mal ein Hobby was zu kurz gekommen ist. Oder mach etwas was du dir schon lange mal vorgenommen hast. Teff dich mit Freunden auf einen Wein und bekoche sie. Dein Glück hängt doch nicht von einer jungen Frau ab, sondern vielmehr von so vielen kleinen Dingen in deinem Leben.

    Ich bin mir sicher, dass du ein wunderbarer Mensch bist, mit unheimlich vielen Qualitäten und Fassetten. Mit Charisma und vielen Nuancen und das solltest du ausstrahlen und dich nicht klein machen. Sie dich doch mal im Spiegel an und wenn du sagst, hey der Typ da ist gar nicht mal so übel, vllt bisschen nachpolieren. Dann tu das, gönn dir mal einen Haarschnitt, geh mit deinen Hunden joggen (davon bekommt man unheimlich gut den Kopf frei) dann wirst du schnell merken, was ein toller Typ du wirklich bist. Anstatt dich mit Dreck zu bewerfen, solltest du dich aufpolieren und strahlen mein Lieber.

    Beste Grüßen

    von einer Ü-30, die erhobenen Hauptes schreitet und behauptet, mit jungen Mäuschen halte ich locker mit!
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