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08. Dezember 2012 - Der Tag, an dem du gingst

Dieses Thema im Forum "Abschiedsworte" wurde erstellt von Shiny, 11 Juli 2013.

  1. Shiny

    Shiny Member

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    Mama,

    ich glaube, ich kann immer noch nicht glauben, was passiert ist. Ich versuche, nicht daran zu denken oder es zu verdrängen, aber das ist oft sehr schwer. Ich weiß, dass es falsch ist, aber ich kann diesen Schmerz nicht ertragen. Ich ertrage diese Erinnerungen daran nicht. Ich ertrage diese Gedanken und Gefühle nicht. Es geht nicht. Ich versuche positiv zu denken und der Optimismus hilft mir mein Leben zu bewältigen, denn du weißt ja, dass ich ein optimistischer Mensch bin. Manchmal ist es schwer optimistisch zu bleiben, vor allem in den letzten Monaten, aber ich werde es schaffen. Es ist über 7 Monate her und ich kann es einfach nicht fassen. Was ich gesehen habe... Was ich gehört habe... Was ich gespürt habe... Ich sehe nur einzelne Bilder vor mir. Bruchstücke. Ich traue mich nicht, diese Situation von Anfang bis Ende nochmal durchzugehen, weil ich Angst habe. Angst vor.... Ich weiß nicht. Vor was habe ich Angst?
    Das ganze Geschehen ist wie ein Alptraum... Niemals hätte ich gedacht, dass dir sowas passieren wird, dass mir sowas passieren wird, dass uns sowas passieren wird. Niemals. Ich habe solche Angst, wenn ich etwas sehe, höre, rieche oder spüre, was mich daran erinnert. Dann möchte ich einfach nur flüchten. Und leider werde ich ständig damit konfrontiert. Überall sehe ich plötzlich Rettungswagen und ich höre das Martinshorn und ich kann kaum atmen.
    Manchmal frage ich mich, wie lange ich das noch ertragen kann. Ich versuche immer wieder einen klaren Kopf zu bekommen und meine Seele zu trösten, aber in den letzten Tagen leide ich. Mama, ich weiß, dass du immer an mich geglaubt hast. Und ja, ich glaube auch an mich. Ich werde es schaffen, mich von diesem Leid zu befreien.
    Ich liebe dich und bin dir für alles dankbar, was du für mich getan hast!
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  3. Wallis

    Wallis KSF-Team/Mod Mitarbeiter

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    Hallo.

    Erstmal mein Beileid zum Geschehenem, wofür es leider keinen Trost gibt.
    Wenn ein geliebter Mensch geht, gibt es keinen Ersatz für ihn, und das schmerzt am meisten.
    Doch vor allem wenn die Mutter stirbt, mit der man sich herzlich fühlte, ist es für nahezu jeden Menschen unbegreiflich und unerträglich.
    Zwischen Mutter und Kinder gibt es eine ganz besondere Beziehung, auch ich hatte es gespürt, als meine Mutter damals verstarb,
    es war, als zerreiße ein Band in meinem Bauch, und ich war voller Wut und tiefem Schmerz.

    Suche bitte die Nähe von anderen Menschen, bleibe nicht für dich allein. Gibt es weitere Trauernde wie dich, dann schließt euch zusammen,
    spricht miteinander, weint miteinander, gedenkt ihrer, die nun einen körperlosen Zustand erreicht hat, und damit eigentlich nun überall sein kann.
    Man sagt, die Seele ist unsterblich genauso wie der Geist des Menschen.

    Ich denke, die Seele deiner Mutter spürt deinen Schmerz und sie verweilt in deiner Nähe, obwohl du sie nicht wahrnehmen kannst.
    Aber ihr Platz ist nicht mehr hier auf Erden, die Seelen wollen zurück zu ihrer Seelenheimat.
    Wenn du so tief trauerst, wird die Seele deiner Mutter nicht fortgehen wollen. Du mußt sie aber gehenlassen.
    Halte ein Ritual für dich oder besser mit den anderen ab, zündet eine Kerze an, stellt ein Foto auf und spricht über sie.
    Dann zum Schluß dankt ihr für alles, und bittet sie, nun in ihre Seelenheimat zu gehen, sie solle sich keine Sorgen um euch machen,
    denn eines Tages wird jede Seele dorthin zurückkehren.

    Achte auf dich, behüte dich, so, wie es dir von ihr gelehrt wurde, sie wollte dein Bestes, und nun zeige ihr,
    dass all ihre Mühe fruchtbar war, und du ein Mensch geworden bist, der lebenstüchtig ist.
    Niemand verlangt von dir, dass du deine Trauer verdrängen sollst. Nimm dir Zeit zum Trauern, solange du es brauchst.
    Im Osten wird eine Trauerzeit bis zu drei Jahren als normal gesehen, also setze dich nicht selbst unter Druck.
    Versuche langsam wieder Anschluß an das Leben um dich herum wiederzufinden, und denke daran, dass du damit deiner Mutter Freude machst,
    denn sie lebt weiter durch deine Erinnerungen.

    Wenn dich deine Trauer körperlich zu sehr mitnimmt, dann gehe zu einem Arzt, lasse dich von ihm untersuchen und beraten.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles alles Gute.
  4. Shiny

    Shiny Member

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    Wallis,

    vielen Dank für deine Worte!

    Es ist vor allem schlimm für mich, dass ich alles gesehen / miterlebt habe und alleine in der Situation war. Ich habe solche Schuldgefühle. Jeder sagt mir, dass ich mir keine Vorwürfe machen soll, ich wäre nicht schuld an dem, was passiert ist. Trotzdem werde ich dieses Gefühl der Schuld einfach nicht los! Was kann ich dagegen machen? Ich bin mir sicher, dass meine Mutter mir nicht die Schuld daran gibt, aber manchmal habe ich Angst, dass sie enttäuscht von mir sein könnte.

    Mit wem soll ich darüber sprechen? Meinst du sowas wie eine Selbsthilfegruppe?

    Naja, es war so, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich habe mit meiner Mutter drei Monate alleine gewohnt, denn meine Schwester ist im September 2012 ausgezogen. Das hat meine Mutter ziemlich mitgenommen.
    Ich bin ganz selten am Grab und meine Schwester war seit der Beerdigung nicht mehr auf dem Friedhof. Ich war drei Mal seit der Beerdigung dort. Eigentlich möchte ich das Grab schön dekorieren, ich habe viele Ideen, aber irgendwie kann ich mich nicht dazu aufraffen. In den Ferien komme ich hoffentlich ein Stück weiter.

    Danke nochmal!

    LG Shiny
  5. Wallis

    Wallis KSF-Team/Mod Mitarbeiter

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    Ja, @Shiny, es gibt auch Selbsthilfegruppen, schaue dich bitte dazu mal im Internet um,
    ob es eine örtliche Gruppe bei euch gibt, oder wie man sonst Kontakt zueinander halten kann.
    Menschen mit ähnlichen Schicksalen können sich gegenseitig Hilfe und Trost sein,
    weil sie den Schmerz verstehen, den der andere in sich trägt.

    Ich finde es übrigens eine schöne Idee von dir,
    dass du das Grab deiner Mutter etwas verschönern willst.
    Beschäftige dich damit, gib dich der Arbeit hin, und danach verweilst du noch ein wenig bei ihr.
    Gehe so oft wie du möchtest und kannst zum Grab deiner Mutter, das bleibt ganz allein deine Sache.

    Wichtig dürfte demnächst auch sein, wie du nun eure gemeinsame Wohnung umgestaltest,
    und ihre Sachen verwahrst oder als Erbstücke weitergibst, denn auch solche Dinge müssen leider geregelt werden,
    und damit wird auch das Andenken respektiert, es ist ein weiterer letzter Dienst.

    Lasse dir helfen vor Ort, von Bekannten, Freunden, Familienangehörigen, sorge für ein Netzwerk um dich mit Leuten,
    die dich auffangen können, und die dich auch mal in den Arm nehmen können.

    Mit der Zeit wirst du lernen, dass der Schmerz niemals aufhören wird, aber dass man damit leben lernt.
    Inwieweit du dir Selbstvorwürfe machst, kann ich natürlich nicht sagen, weil ich nicht weiß, was passiert war.
    Doch ich glaube, es war einfach nur die Zeit für deine Mutter zu gehen, woran auch du nichts, absolut nichts, hättest ändern können.
    Wenn Gott einen ruft, kann ihn niemand zurückhalten. So ist das nunmal, siehe es auch mal so.

    Alles Gute!
  6. Shiny

    Shiny Member

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    Dieser Beitrag ist nun 4 Jahre her und ich möchte dir noch einmal für deine tröstenden Worte danken, Wallis .
    Ich bin zufällig über meinen Beitrag gestolpert. Habe fast vergessen, dass ich hier registriert bin.
    Ich kann nicht glauben, dass es schon über 4 Jahre her ist. Wie schnell doch die Zeit vergeht.

    Und du hattest Recht.

    Mit der Zeit lernt man, dass der Schmerz niemals aufhört, aber irgendwann lernt man mit ihm zu leben.

    Danke.
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