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Alt 03.02.2012, 13:08   #1 (Permalink)
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Standard

Mit 40 kaum noch Chanchen auf dem Arbeitsmarkt von monchichi4 (03.02.2012, 13:08)


Hallo,

hiermit möchte ich mich bei euch vorstellen und auch ein bischen psychischen Dampf ablassen. Bin nämlich gerade am weinen obwohl meine Kinder heute, bis auf meinen Jüngsten, recht annehmbare Zeugnisse erhalten haben.
Ich habe vor ca. 21 Jahren mal eine Umschulung zur Bürokauffrau kurz vor der Prüfung abgebrochen weil mein damaliger Freund und Vater meiner Kinder und ich dringend wegen Geldmangel Arbeit brauchten und dafür Anstellungen in den Altbundesländern annahmen. 2 Jahre später kamen meine Kinder nacheinander und ich befand mich somit 6 Jahre im Erziehungsurlaub. Ich habe 1986 Facharbeiter für Rinderproduktion gelernt und seit 1990 mit einer kleinen Ausnahmen nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet. Somit gelte ich trotz Abschluss als ungelernt. Nach dem Erziehungsurlaub und der Trennung vom Vater meinen Kinder versuche ich vergebens beruflich wieder Fuss zu fassen. Damals bedingt durch das Alter meiner Kinder und dem fehlenden sozialen Umfeld für mich als Alleinerziehende und heute durch die lange Zeit ohne berufliche Tätigkeit. Seit 10 Jahren bemühe ich mich um das Nachholen meines kaufmännischen Abschlusses. Ohne Erfolg. Ich habe daraufhin selbstfinanzierte Weiterbildungen absolviert und bestanden. Ich hätte auch eine Umschulung zur Bürokauffrau absolvieren können, jedoch auf eigene Kosten. Die ca. 20.000€ hatte ich jedoch nicht.
Die Weiterbildungen enthalten institutsinterne Abschlusse (Betriebswirt sgd und vwa), die nicht überall bekannt und anerkannt werden. Ich bin auch auf dem Praxisgebiet Neuling, da die Weiterbildungen überwiegend theoretischer Natur waren. Von meiner Arbeitsvermittlerin bekomme ich gesagt: zu alt für den 1. Arbeitsmarkt im kaufmännischen Bereich und zu überfüllt. Sie hat ja recht. Was soll ich aber tun? Mein Leben in hartz 4 einrichten? Ehrenamtliche Tätigkeiten sind bei mir auch nur mit großem finantiellen Aufwand (Fahrkosten) realisierbar, da ich auf dem Land lebe. Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Belastung wie Altenpflege oder Stall sind bei mir aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr drin (schwer Heben und Tragen). Im Einzelhandel, wenn überhaupt, nur 400€ Jobs für Ungelernte.
Bewerbungen und Vorstellungsgespräche führen ins Leere. Für meinen Abschluss zur Betriebswirtin VWA brauche ich jedoch den Nachweis einer kaufmännischen Tätigkeit. Sonst war alles umsonst. Ich bewege mich momentan im Hamsterrad ohne Ausweg.
Ich habe drei Kinder erzogen um dann mit 30 Jahren ins berufliche Abseits zu geraten? Wenn die Kinder groß sind, bist du nichts mehr wert. Kiste zu und gut. Ich habe im Moment den Eindruck, das dies so läuft in unserer Gesellschaft. Ich habe mich vor 10 Jahren auch um eine Umschulung zur Heilerziehungspflegerin bemüht, das einzige , was mir neben Floristin und Altenpflegerin angeboten wurde. Diese habe ich nicht erhalten, da mein Facharbeiterzeugnis fehlte, welches mir bei einem Umzug abhanden kam und ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste, dass man eine beglaubigte Kopie aus dem Gemeindearchiv anfordern kann.
Ist jetzt ganz schön lang geworden aber es musste raus, dann ich habe das Gefühl, dass ich wieder in eine Depression rutsche.
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Alt 03.02.2012, 16:19   #2 (Permalink)
Hasenhase
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Standard

Re: Mit 40 kaum noch Chanchen auf dem Arbeitsmarkt von Hasenhase (03.02.2012, 16:19)


Hey,

meine Schwester befand sich in einer ähnlichen Situation vor ca. einem Jahr (nur mit 4 Kindern). Es ist wirklich schwer einenJob zu finden. Sie hat irgendwann einfach einen 400€-Job angenommen und hat nach einiger Zeit die Möglichkeit bekommen wenigstens auf Halbtags-Basis arbeiten zu können.

Ich denke mit wenig Geld und ohne Ausbildung ist es einfach schwer. Versuch dich auf die Einzelhandelsstellen oder ähnliches zu bewerben. Und wegen der Vorstellungsgespräch/Bewerbungsunterlagen würde ich mich mal richtig beraten lassen. Die von der Arge haben nämlich davon kaum Ahnung! Die richtige Vorbereitung wird dich vielleicht weiter bringen.
 
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Alt 04.02.2012, 05:10   #3 (Permalink)
KSF-Team
 
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Re: Mit 40 kaum noch Chanchen auf dem Arbeitsmarkt von Wallis (04.02.2012, 05:10)


Hallo.

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass das Alter ziemlich relativ ist bei der Stellensuche. Es geht um deine Persönlichkeit, wie du dich "verkaufen" kannst, und dann geht es um den Lohn. Der Arbeitsmarkt ist momentan das reinste Haifischbecken, die Arbeitgeber wollen Facharbeiter, aber wollen auch wenig zahlen, also nehmen sie z.B. ausländische Facharbeiter, die für weniger Geld arbeiten, und lassen die Inländer links liegen.

Versteife dich nicht darauf, dich beruflich fortzubilden. Du bringst Lebenserfahrung und auch Berufserfahrung mit, und du bist lernfähig und anpassungsfähig. Hast du mal darüber nachgedacht, dich vielleicht in einer Arztpraxis als Sekretärin oder ähnlich zu bewerben? Kannst du Maschinenschreiben und die üblichen Büroarbeiten? Versuche dich als Schreibkraft z.B. in einem Anwaltsbüro zu bewerben.
__________________

Grüsse, Wallis



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Alt 04.02.2012, 10:11   #4 (Permalink)
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Beiträge: 19
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Themenstarter
Standard

Re: Mit 40 kaum noch Chanchen auf dem Arbeitsmarkt von monchichi4 (04.02.2012, 10:11)


Danke für eure Vorschläge.

Das mit dem 400 € - Job habe ich auch schon überlegrt. Dies geht aber nur, wenn ich wenig Fahrkosten habe, da mir ja mehr als die Hälfte auf Hartz 4 angerechnet wird. Es kann nicht sein, dass ich 160€ behalten darf und 250 € Fahrkosten habe. Es muss so viel übrigbleiben, dass die Fahrkosten gedeckt sind und auch noch evtl. Reparaturen fürs Auto davon finanziert werden können um auch weiterhin zur Arbeit zu kommen.
Anwaltskanzleien und Arztpraxen sind eine gute Idee. Maschineschreiben kann ich einigermaßen, Bürotätigkeiten sind mir auch nicht fremd und durch meine Weiterbildungen habe ich auch ein bischen rechtliche Kenntnisse.
MfG monchichi4
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